Mittwoch, 19. Juni 2013
Sommerbild #1
Manchmal läuft nichts wie es soll.
Personalabbau im Büro. Wir sollen die Schlagzahl erhöhen.
Bei der neuen Markise machen die Handwerker Fehler. Es gibt Ärger, Diskussionen, Lauferei.
Die so lange geplante Küche kommt bald. Schmutz im Haus, Chaos. Wo ist mein Milchaufschäumer?!
Das Kind hat einen Entwicklungsschub. Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase.
Und wenn dann noch der Ehemann grummelig guckt und ....
STOP.
Das hier ist kein Jammerposting, meine Lieben!
Ich möchte den langersehnten Sommer genießen, möchte so viel machen. Aber momentan fehlt mir einfach die Zeit und die Kraft für größere Projekte.
Darum werde ich mich immer wieder zwischendurch mit der Kamera auf Entdeckungsreise begeben.
Ich mache mir mein ganz persönliches Sommer-Tagebuch und möchte im Alltag das Schöne entdecken.
Pflanzen, Tiere, Deko, Natur.
Dies und Das.
Und vielleicht noch ein bisschen mehr
Ich bin gespannt, was mir alles begegnet und würde mich freuen, wenn Ihr mich auf meiner Entdeckungsreise begleitet.
Sommerbilder
Viele Bilder. Wenig Worte. Bis zum 31. August.
Den Anfang macht der Fingerhut in meinem Garten.
Vom Wind ausgesät setzt er sich in Szene.
Selbstbewusst. Stolz.
Die Natur ist ein wunderbarer Gartengestalter.
Dienstag, 4. Juni 2013
Pojagi - Bojagi
Da wollte ich mal als Super-Hausfrau glänzen.
Wollte zeigen, was ich so für Tricks drauf habe, um das Unmögliche möglich zu machen ...
Und ich bin mir auch ganz sicher, dass ich mal irgendwo gelesen habe, dass man Deo-Flecken entfernen kann, wenn man die Flecken mit Bad-Reiniger einsprüht und über Nacht einweichen lässt. Alles Lüge!
Lange Rede, kurzer Sinn: die Flecken waren weg und mit ihnen die Farbe aus den Hemden. Es waren jetzt Batik-Hemden - und sie sahen gruselig aus. Mein Mann nahm es mit Humor und ich beschloss, aus den Resten verwertbaren Stoffs etwas zu nähen.
Auf der Seite der "Berlin Modern Quilt Guild" hatte ich gerade erst etwas über Pojagi gelesen. Das ist eine alte koreanische Patchworktechnik.
Aylin hat auf ihrem Blog freundlicherweise ein sehr schönes Tutorial eingestellt. Danke dafür! Das besondere an dieser Technik ist, dass beide Seiten des fertigen Tuchs keine sichtbaren versäuberten Nähte haben.
Das Tuch sieht von beiden Seiten gut aus und kann von beiden Seiten benutzt werden. In Korea werden diese Tücher traditionell zum Einwickeln von allem Möglichen benutzt und sie dienen als Art Taschenersatz.
Auf dem Foto sieht man links die Rückseite und rechts die Vorderseite.
Durch die breiten Nähte entsteht darüberhinaus eine Art Glasfenster-Effekt. Das sieht man natürlich besonders gut, wenn man Stoffe benutzt, die nicht blickdicht sind. Darum dachte ich beim Anblick der Hemden auch gleich an Pojagi (oder auch Bojagi - es sind beide Schreibweisen üblich.)
So ist meine Pojagi-Tischdecke entstanden. Sie ist ca. 1,10m x 1,10m groß und für den Glastisch in der Küche gedacht.
Die Decke ist mein Beitrag für den Upcyclingdienstag und den Creadienstag.
Montag, 3. Juni 2013
Ein Jahr - eine Decke - und viele Möglichkeiten
Bei der Aktion von Steffi "Ein Jahr - eine Decke" mache ich mit, weil ich endlich mal etwas Struktur und Ordnung in meine Stoffreste bekommen will. Im letzten Monat war ich richtig fleißig: über viele, viele Tage war der Wohnzimmertisch voll mit Stoffschnipseln. Scheidematte, Rollschneider und Bügelbrett standen parat. Bis auf eine kleines Häufchen mit den dunklen Stoffen habe ich alles verarbeitet, was in Kartons und Tüten im Nähzimmerchen herumlag.
Zuerst wurden kleine Vierecke für die Hexagons vorbereitet und kamen in meine Arbeitskiste. Da liegen jetzt Vierecke für ca. 200 Hexagons bereit zum Heften.
Die Farben Gelb und Orange sind schon geheftet und "eingeweckt". Insgesamt sind ca. 150 Hexagons geheftet.
Wenn Stoff übrig war, wurde er in 5 Inch-Quadrate zerschnitten. Ca. 250 Quadrate habe ich.
Größere Stücken wurden dann ein wenig an den Kanten begradigt, gebügelt und gefaltet. So liegen sie jetzt in der Kiste. Das sieht viel besser aus als vorher! Wenn meine Aufräumarbeiten abgeschlossen sind, wird alles schön in den Schrank gestapelt. Auf das Foto freue ich mich schon jetzt.
Die allerletzten kleinen Schnippel habe ich dann zu Rechtecken in allen möglichen Größen geschnitten. Die sollen zwischendurch immer mal wieder zu größeren Patchworkstücken vernäht werden (so wie hier). (Die große Tüte mit den rosa/rot Resten zeige ich heute nicht - da bahnt sich schon was an....)
So weit so gut.
Und wo ist jetzt die Decke?
Gute Frage.
Ich habe im letzten Monat viel Zeit mit meinen Quiltbüchern verbracht, war auf vielen amerikanischen Quiltblogs unterwegs, die ModernQuiltGuild habe ich besucht und natürlich auch die Berliner Mädels.
Hach! Es gibt ja Sachen! So viele Möglichkeiten!
Nun bin ich einigermaßen verwirrt und halte es nicht mehr für die beste Idee, die Hexagons ganz traditionell zu vernähen. Irgendwie hätte ich es gern anders.
Mein ursprünglicher Plan, erstmal weit über 1000 Hexagons zu heften, sie dann zu sortieren und mit Farbverlauf aneinander zu nähen, ist ins Wanken geraten.
Es ist nicht so spannend immer nur Hexagons zu heften. Ich will auch endlich richtig nähen und Stück für Stück einen Fortschritt sehen. Außerdem frage ich mich, was passiert, wenn mir mittendrin die Luft ausgeht. Hunderte geheftete Hexagons kann man zu nichts gebrauchen. Aber wenn auch nur ein kleiner Teil vernäht wäre, könnte man einen Rand herum nähen und trotzdem einen Quilt daraus machen.
So werde ich nun den nächsten Monat damit verbringen, weiter meine Stoffe zu organisieren, zuzuschneiden und ganz sicher einige Blumen aus Hexagons zu nähen. Und während ich das alles mache, kann ich mir überlegen, wohin die Reise gehen soll.
Der Weg ist das Ziel.
Wahrscheinlich kann Steffi für ihre Galerie bei Pinterest keines meiner Fotos gebrauchen. Aber das ist auch in Ordnung so. Es gibt dort noch einige andere Decken im Entwicklungsstadium zu entdecken.
Und ich bleibe am Ball!
Samstag, 1. Juni 2013
In Heaven - unter den Regenbögen
Kein besonderes Meisterwerk der Fotokunst - aber ein ungewöhnliches Schauspiel am Himmel: doppelte Regenbögen.
Staunend steht man im Garten - im Regen - und gleichzeitig in der Sonne. Dann kommt er endlich der Regenbogen und diesmal kam sogar noch ein zweiter dazu. Richtig schön war das!
Die Regenbögen sind mein Beitrag zu Katjas Bildersammlung "In Heaven".
Donnerstag, 30. Mai 2013
12-tel Blick im Mai
Der Wonnemonat Mai.
Ist es nicht unglaublich, wie grün alles geworden ist?
Eine Collage der einzelnen Monatsbilder, die ich im Rahmen von Tabeas schöner Aktion bereits gemacht habe, findet Ihr ganz am Ende dieses Beitrags. Vorher möchte ich Euch aber mitnehmen auf einen kleinen Streifzug durch mein kleines grünes Reich.
In unserem Garten dominieren viele Findlinge und geschwungene Formen. Wir wohnen in Bremen in der Nähe der Überseestadt. Hier gab es in den letzten Jahren eine große Baustelle nach der anderen, riesige Abraumhalden aus Erde, Schutt aus dem 2. Weltkrieg und Natursteinen. Und ich immer mittendrin! Neben den Steinen kamen dabei einige kuriose Fundstücke auf diesem Weg in unseren Garten.
Auf den Fotos könnt Ihr z.B. eine verborgene große Zange oder ein verrostetes Schloss entdecken. Manche Teile habe ich beim Fotografieren gar nicht wieder gefunden. Sie sind Teil des Gartens geworden und bilden mit den Pflanzen eine Einheit. Je nach Vegetationsstand sieht man sie - oder eben auch nicht. So kann man immer auf Entdeckungsreise gehen. Nur einen kleinen gekauften Tisch benutze ich für die Präsentation besonderer Stücke.
Mein Garten soll möglichst natürlich aussehen. Die Pflanzen dürfen sich ruhig selbst vermehren und ausbreiten. Ich greife mittlerweile fast nur regulierend ein. Das hat den Vorteil, dass immer alles in Bewegung ist. Und wenn dann mal ein Ball in die Rabatte fliegt oder ein Trupp Kinder quer durch`s Beet rennt, fällt das nicht wirklich auf. Es ist Teil der natürlichen Bewegung.
Der Garten soll mit uns leben.
Vor 9 Jahren habe ich hier den ersten Baum gepflanzt und die erste Schubkarre voller Steine angekarrt. Viel kam dazu. Und ich bin wirklich glücklich mit dem Ergebnis.
Hier nun die bisherige Jahresübersicht:
Mittwoch, 29. Mai 2013
Regentropfen
Regenpause.
Mit nackten Füßen durch das Gras.
Feucht und kühl.
Atmen fühlt sich an wie trinken.
Und ringsherum alles voller Juwelen.
"Mittwochs mag ich ..." - eine Aktion bei Frollein Pfau
Dienstag, 28. Mai 2013
Ich schwinge den Hammer
Jawohl!
Und zwar nicht nur im übertragenen Sinne sondern ganz wortwörtlich. Und was soll ich sagen: es macht Spaß und ich weiß gar nicht, warum ich mich so lange davor gedrückt habe.
Wovon ich rede?
Von Jeans, die man früher Nietenhosen nannte und die auch heute noch unbedingt echte Nieten brauchen. Ich muss mich daran gewöhnen, dass ich kein Kleinkind mehr benähe. Der junge Mann ist schließlich schon 5 und damit nach eigenem Bekunden kein Baby mehr. Also gehören jetzt Nieten an die Hosen.
Die entsprechenden Päckchen lagen hier schon eine Weile und grinsten mich blöde an.
"Na, trauste dich nicht ?!"
Heute war ich allein zu Hause und schlug zu.
Mit dem Hammer.
Mitten auf die 12.
PENG! PENG! PENG!
Jeder Schlag ein Treffer.
Vor lauter Begeisterung habe ich einige Nieten mehr verteilt als eigentlich vorgesehen.
Das nennt man dann "Design".
Zu den Hosen selber gibt es nicht viel zu sagen: Der Schnitt ist "Onni" aus Ottobre 6/2012 in Größe 116. Eigentlich wird hier schon die 122 benötigt, aber die Schnitte fallen immer recht großzügig aus und dieser Schnitt war speziell "für die kräftige Figur kreiert". Sehr gut. Ich mag keine Slim-Schnitte für Jungs, die rumtoben wollen.
Ließ sich unkompliziert nähen. Bei Model 2 habe ich allerdings das Gummiband nicht wie vorgesehen eingenäht sondern ganz altmodisch eine Öffnung im Bund gelassen, damit ich ein Band einziehen kann. Warum? Die Länge meines Gummibandes verändert sich zu sehr, wenn ich es feststeppe. Es wird irgendwie länger. Und dann kann ich nichts mehr an der Weite ändern und die Hose rutscht ständig.
Natürlich war der elastische Bund ein Auswahlkriterium und auch die Tatsache, dass der Schnitt ansonsten eine klassische Nietenhose, ähm, ich meine 5-Pocket-Jeans ist.
Beide Hosen sind aus abgelegten Hosen vom Papa. Und bei beiden musste ich feststellen, dass man mit Größe 116 an die Grenzen des Hosenupcyclings stößt. Ich musste mit anderen Stoffresten ergänzen, weil der Stoff der Spenderhose nicht reichte.
Modell 1 ist passend zum Shirt vom Vatertag. Man beachte die Steppnähte. Die haben am meisten Zeit gebraucht. Aber dieser 3-fache Steppstich ist schön plastisch und macht sich einfach gut für auffällige Nähte .
Der Ergänzungsstoff ist ein dünner Jeansstoff mit leichtem Glanz. Ich muss sagen, dass ich selber ganz begeistert von dieser Kombination bin.
Model 2 geht schon fast als Patchworkhose durch. Da der Stoff recht dünn war, habe ich lieber gleich Flicken auf die Knie gesetzt. Außerdem habe ich versucht, viele Jeans-Details der Original-Hose zu verwenden. Und dass ich zwei verschiedene Farben für die Steppnähte genommen habe, ist natürlich ebenfalls "Design" und liegt überhaupt nicht daran, dass das Garn in Orange plötzlich aufgebraucht war und ich die Hose unbedingt fertig nähen wollte.
Tragebilder reiche ich demnächst nach. Mein Kind war heute bei Oma und Opa.
Danke an Euch alle für`s Lesen und Danke an Nina mit dem Upcycling-Dienstag und Anke mit dem Creadienstag. Was wäre der Dienstag nur ohne Euch.
Und zum Schluss möchte ich meine Nieten noch auszeichnen: sie sind meine Helden des Alltags in dieser Woche und dürfen sich bei Roboti einen dicken Orden abholen.
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